Mein ungewöhnlicher Weg zum ersten Buch - Glaubst du an das Schicksal?

Es gibt Menschen, deren größter Traum ist es, ein Leben lang ein Buch zu veröffentlichen. Sie studieren, machen Praktika, arbeiten in Verlagen, leben in dieser Welt der Bücher und schreiben teilweise jahrelang an einem Buch, was sie dann veröffentlichen. Sie bauen sich ihre Welt um die Bücher herum …

Und es gibt Menschen wie mich, die nicht einmal im Traum daran gedacht haben, jemals Autorin zu werden und denen dann die Bücher in ihre Welt folgen und sie dort einholen. 

Ich kann mir heute ein Leben ohne Bücher und das Schreiben nicht mehr vorstellen, genauso wenig habe ich mir aber damals ein Leben mit den Büchern und dem Schreiben vorstellen können. 

Wenn man mich fragt, wann das mit den Schreiben angefangen hat, würde ich ins Jahr 2010 zurückkehren, wo ich mich langsam diesem Thema gewidmet habe. Meine Mutter allerdings würde noch viel weiter zurückgehen. Sie würde zurückgehen in die Zeit, wo ich als zehnjähriges Mädchen in der Grundschule über meinen Aufsätzen gesessen habe.

Ich war bekannt dafür, dass ich lange Aufsätze schreibe und habe immer etwas länger Zeit von meiner Lehrerin dafür bekommen. Ich konnte nicht aufhören zu schreiben und meine Aufsätze wurden immer laut vorgelesen und besonders hervorgehoben und gelobt. Vielleicht war das damals schon der Beginn ...

Ab der Oberschule war all das aber vorbei, ich habe mich um alles andere gekümmert, nur nicht um Bücher. Das nächste Mal habe ich mich mit dem Thema Schreiben erst wieder beschäftigt, als ich 2010 mehr zu lesen begonnen habe.

Ich arbeitete damals in einem bekannten Autohaus, meine Kinder waren nicht mehr ganz so klein und endlich konnte ich mir mal wieder ein paar Bücher durchlesen, die Jahre zuvor kam ich kaum zu solchen Auszeiten. 

Irgendwann las ich eine sehr bekannte Fantasyreihe, als ich das aktuelle Buch zur Seite legte, war ich unzufrieden, das Ende hat mir nicht gefallen und der nächste Erscheinungstemin war noch zu lange entfernt. Ich stöberte im Internet und stieß auf ein Forum, wo man Geschichten umschreiben, etwas hinzufügen oder ein eigenes Ende schreiben konnte. Man schreibt eine Geschichte rund um das Buch.

Ich habe mir einiges dazu durchgelesen und war begeistert. Erst habe ich mich nur registriert, um in Ruhe lesen zu können, doch dann habe ich meine erste eigene Abwandlung geschrieben. Als ich am nächsten Tag auf meine Seite ging, hatte ich viele positive Kommentare und Meinungen, was mich dazu brachte, noch eine Geschichte umzuschreiben oder abzuwandeln und dann noch eine.

Längere Zeit reichte mir das, aber nach einem Kinobesuch mit meinem Mann, meiner besten Freundin und ihrem Freund, als wir den Film Sin Nombre gesehen haben, habe ich mich das erste Mal getraut, die Geschichte, die schon so lange in meinen Gedanken gelebt hat, aufzuschreiben.

Wie kommen mir die Ideen für Geschichten? Das ist schwer zu sagen, manchmal reicht ein Wort, ein Bild und in meinen Gedanken formen sich Gestalten und Geschichten, bis heute habe ich nie das Problem gehabt, keine Ideen zu haben, nur die Zeit alles aufzuschreiben fehlt mir oft.

Doch ich nahm mir die Zeit und schrieb die Geschichte von Paco, den Anführer der Les Surenas und von Bella, der Schwester seines größten Feindes, auf.

Eigentlich war zu der Zeit fast nur Fantasy beliebt und ich kam mit so etwas ganz anderem, ganz ungewöhnlichen daher. Ich habe die Leser nicht in irgendwelche düsteren Wälder, sondern in die heiße, gespaltene Stadt Sierra in Puerto Rico mitgenommen. 

Mit jeder Zeile, die ich geschrieben habe, kamen mir neue Ideen, mit jedem Leser neuer Mut und ehe ich mich versah, haben mehrere hundert Leute regelmäßig mitgelesen und angefangen, diese Geschichte zu lieben. Es hat mir so viel Spaß gemacht, ich konnte gar nicht so schnell schreiben wie mir die Ideen kamen und prompt begann die zweite Geschichte: El Destino.

Zu diesem Zeitpunkt kam der erste Verlag auf mich zu. Sie boten mir an, meine Geschichte zu veröffentlichen, allerdings nur, wenn Namen und Handlungen abgeändert werden. Natürlich habe ich darüber nachgedacht, doch gleichzeitig waren doch schon so viele Leser da, die sich an die Namen gewöhnt hatten. Klar, Paco, Miko, Chico, Juan hätte ich vielleicht anders gewählt, ja sicherlich auch die Erzählerperspektive und vieles mehr, aber diese Geschichte war ja niemals für ein Buch gedacht, es war immer alles frei vom Herzen, ohne große Überlegungen, aufgeschrieben.

Es kamen ein paar Angebote, auch von Verlagen, wo man Geld investieren sollte und noch einiges mehr, mich hat aber natürlich der Gedanke, aus der Geschichte ein Buch zu machen, fasziniert, vor allem da sie noch nicht beendet war im Forum und so viele auf die nächsten Kapitel warteten. Letztlich haben wir uns dazu entschlossen, es zu wagen.

Wir haben das Buch so gut es ging berichtigt, einen selfpublish-Verlag gesucht, ein Cover zusammengebastelt und ich habe im Eiltempo die Geschichte zu Ende geschrieben. Die erste Version war eine kleine Katastrophe, wir hatten sogar die ISBN vergessen, doch wir haben alles noch einmal bearbeitet und uns alles selbst beigebracht. Bei dem zweiten Buch El Destino ging alles schon viel besser und die Leser wurden mehr. 

Ich entdeckte Facebook und Twitter und die Möglichkeiten, dort Werbung zu machen. Meine Ideen wuchsen immer mehr, ich hatte Pläne für Llora por el amor 2, doch nicht die Zeit, um all das weiter zu verfolgen.

Am Ende war es mein Mann, der an mich geglaubt hat, der gesehen hat, wie viel Spaß ich dabei hatte. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich für ein Jahr meine Arbeit aufgebe und meine ganze Kraft auf das Schreiben lenke, er hat mir meinen Rücken freigehalten und es mir ermöglicht, diesen Weg zu gehen.

Es war nicht leicht, ich habe wirklich viel gearbeitet, auf viel verzichtet und doch immer mehr Verständnis und Feingefühl dafür bekommen, Bücher zu schreiben. Ich bin zurück zu meinen Anfängen und habe zwei Fantasybücher geschrieben, meine Projekte wurden immer mehr und meine Ideen wuchsen weiter. Im ersten Jahr habe ich noch keinen Gewinn gemacht, doch langsam wuchs meine Bekanntheit, meine Seiten auf Facebook, meine Leseranzahl und bald habe ich die ersten Gewinne gemacht und neuen Mut gefasst.

Natürlich hatte dieses Leben, so sehr ich es von Anfang an geliebt habe, auch seine Schattenseite. Ich musste lernen, auch den Computer auszumachen und wieder in meine reale Welt zurückzukehren, lernen, dass ich nicht 24 Stunden nur arbeiten kann.

Bis alles wirklich gut geklappt hat, ich von den Einnahmen leben konnte, alles gut organisiert bekommen habe und die Bücher immer professioneller gestaltet wurden, hat alles ungefähr drei Jahre gedauert.

Erst da war klar, dass ich das jetzt als richtige Arbeit mache, nicht nur so nebenbei. Mittlerweile wurden die ersten Bücher auch noch einmal überarbeitet, es gibt T-Shirts und Handyhüllen zu meinen Büchern. Vito von Eichborn hat die Fantasybücher noch einmal neu verlegt, es ist wirklich viel passiert in den Jahren (unter 'über mich' könnt ihr meinen ganzen Werdegang verfolgen) und ich bereue diesen Schritt niemals.

Für mich ist der Beruf der Autorin der schönste der Welt, auch wenn Autorin niemals mein Wunschberuf war, kann ich mir jetzt kein anderes Leben mehr vorstellen.

Die Ideen für weitere Projekte reichen bei mir für die nächsten Jahre und ich hoffe, dass ich es schaffen werde, alle zu verwirklichen und meine Leser sich weiterhin auf alle neuen Bücher freuen und auch heute noch, genau wie ich selbst es oft tue, gerne das erste Buch zur Hand nehmen, sich die verbotene Liebe zwischen Paco und Bella durchlesen und noch einmal ganz zum Anfang zurückzukehren. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Janina (Sonntag, 17 Juli 2016 23:56)

    Sie haben alles richtig gemacht ! Vom Anfang, bis hier her. Alle Bücher und alle Einträge die Sie verfassen ziehen mich jedes mal auf s neue in einen Bann der ewig hält. Ich glaube seit der Llora por el Amor Reihe habe ich keinen Tag verbracht an dem ich nicht in meinem Kopf die Geschichte weiter träume. Es ist wie meine eigene Welt die immer in meinem Kopf ist und auf mich wartet. Ich wollte danke sagen für die Zeit die Sie investieren, für das Herzblut und diese unglaublichen Bücher die eine Welt ergeben. Ich hoffe das Sie weiterhin glücklich in dem Beruf bleiben und natürlich auch im Privaten. Bleiben Sie wie Sie sind. Ich finde mit jedem Buch kann man ein bisschen mehr von Ihren wunderschönen Charakter kennen lernen.

  • #2

    Janina (Montag, 18 Juli 2016 00:01)

    Ps: Seid Ihren Büchern steht Puerto Rico ganz oben auf meiner Reise Liste und ich warte auf den Tag, an dem ich dort hin reisen kann. Es kommt mir so vor, als ob Puerto Rico schon ein Teil von mir ist.

  • #3

    Celina (Sonntag, 18 September 2016 23:56)

    Ich hane zuerst die El Destino Reihe entdeckt und war so begeistert von ihnen. Das ich gleich die anderen Bücher bestellen müsste, um ein bisschen langer in die Welt von Familias und ins Puerto Rico zu tauchen.